Mehr Flexibilität in der Fertigung bei Epiroc
Flexible Hebetechnik für die Produktion von Untertagemaschinen
Wenn in einer neuen Fertigungshalle 21 Montagestationen für Untertagemaschinen entstehen, muss die Hebetechnik zu unterschiedlichen Abläufen und wechselnden Arbeitsbereichen passen. Epiroc Rock Drills AB hat dafür in Pilängen, Örebro, eine rund 14.400 m² große, ursprünglich als Lager gebaute Halle für die Produktion der Division Underground eingerichtet. Epiroc betreibt die Fertigung und nutzt die Anlagen im Produktionsalltag; Carlhag begleitete das Projekt als schwedischer ABUS Vertriebspartner und entwickelte die Lösung gemeinsam mit Epiroc.
Die Umnutzung stellte besondere Anforderungen an die Hebetechnik: Der Hallenboden war nicht für die Kräfte und Momente ausgelegt, die Schwenkkrane einleiten. Gleichzeitig stand noch nicht genau fest, wie die einzelnen Arbeitsplätze genutzt werden sollten. Epiroc und Carlhag entwickelten deshalb gemeinsam eine alternative Lösung. Das Projekt startete Ende Januar 2024; bis zum geplanten Produktionsstart im Oktober blieb nur ein enger Zeitrahmen. Statt Schwenkkranen wurden ABUS Halbportalkrane vorgesehen, die an vorhandenen Kranstützen befestigt werden können und so mehr Flexibilität ermöglichen.
ABUS Krane für unterschiedliche Hebeaufgaben
In der ersten Ausbaustufe wurden zwei parallele, jeweils 130 Meter lange Kranbahnen installiert. Darauf fahren sechs ABUS Laufkrane mit einer Tragfähigkeit von je 16 Tonnen und einer Hakenhöhe von zehn Metern. Die Halle wurde zudem für eine weitere Kranbahn mit drei zusätzlichen Laufkranen vorbereitet.
Für die einzelnen Arbeitsstationen wurde gemeinsam mit Carlhag eine Alternative zu den bislang eingesetzten Schwenkkranen entwickelt: zwölf ABUS Halbportalkrane mit jeweils 500 Kilogramm Tragfähigkeit. Anders als ein Schwenkkran, der einen begrenzten Bereich um einen festen Drehpunkt bedient, können die Halbportalkrane den gesamten Hebebereich der jeweiligen Station abdecken.
Das unterstützt die flexible Anordnung der Arbeitsplätze und der dort benötigten Hebevorgänge. Obwohl ihre Tragfähigkeit geringer ist, werden die Halbportalkrane häufiger genutzt als die zuvor eingesetzten Schwenkkrane.
Die Montage der Halbportalkrane erfolgte in mehreren Lieferabschnitten. So ließ sich die Installation mit den laufenden Arbeiten in der Halle koordinieren.
Ergonomie und Sicherheit
Mit der neuen Hebetechnik wurden auch die Arbeitsabläufe an den Stationen betrachtet. Aus Sicherheitsgründen bleibt im Umkreis von einem halben Meter um die Krane ein Bereich frei von fest montierten Gegenständen; Epiroc kennzeichnete diesen Bereich deutlich am Hallenboden. Eine eigene Arbeitsschutzgruppe begleitete die Einführung und erfasste mögliche Risiken. Die Beschäftigten wurden im Umgang mit den Halbportalkranen geschult – sowohl für den Einsatz als Hebehilfe als auch bei Arbeiten in der Höhe.
Für eine bessere Ausleuchtung eines Arbeitsplatzes ergänzte Carlhag die Anlage um drei LED-Strahler: Zwei sind am Kran montiert und sorgen für die Allgemeinbeleuchtung, ein weiterer sitzt am Hebezeug und leuchtet den Hakenbereich aus.
Zusätzlich kam ein nivellierendes 12-Tonnen-Lastaufnahmemittel von Ganterud zum Einsatz. Es wird unter anderem bei der Montage von Auslegern an Bohrgeräten verwendet. Laut Projektbericht konnte das Montageteam damit die Montagezeit für einen Ausleger gegenüber dem bisherigen Vorgehen etwa halbieren.
Eine Lösung, die mit der Produktion mitwachsen kann
Das Projekt verbindet die Tragfähigkeit der Laufkrane mit der Beweglichkeit der Halbportalkrane an den Montagestationen. Die vorbereitete Erweiterungsmöglichkeit um eine dritte Kranbahn schafft zusätzliche Perspektiven für den weiteren Ausbau. Epiroc und Carlhag arbeiten seit 15 Jahren eng zusammen. Carlhag unterstützt Epiroc bei Hebe- und Materialflusslösungen in den Produktionsstätten in Örebro und betreut die Hebezeuge im Rahmen von Servicevereinbarungen.
Im Rahmen des Projekts wurden umgesetzt:
- Zwei parallele Kranbahnen mit je 130 m Länge und sechs Laufkrane mit je 16 t Tragfähigkeit und 10 m Hakenhöhe. Eine dritte Kranbahn für drei weitere Krane ist vorbereitet.
- Zwölf Halbportalkrane mit je 500 kg Tragfähigkeit.
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